Schirmbeck Stiftung | Hier ein kleine Impression der Veranstaltung vom 10.12.2015!
Heinrich Schirmbeck, Schriftsteller,
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Hier ein kleine Impression der Veranstaltung vom 10.12.2015!

Hier ein kleine Impression der Veranstaltung vom 10.12.2015!

17:41 14 Dezember in Buchauszüge, Friedensbewegung, Veranstaltungen, Wichtige Impulse in Gesellschaft

Am 10.12.2015 fand im Darmstadt eine Performance des Künstlers Peter H. Kalb im offenen Haus der evangelischen Kirche statt.

Wir berichteten darüber!

Das schreiben die Projektverantwortlichen darüber

Bezeichnend war unter anderem das die Veranstaltung am internationalen Tag der Menschenrechte stattfand!

„Als kleiner Einblick in die Performance vom 10.12.15 in Darmstadt das Zusammenspiel dreier Blickwinkel

Erscheinungsform der Skulptur „Wenn Richten, … dann Aufrichten“ by Peter H. Kalb mit dem Titel „Schutzengel“

Foto: Carlheinz Schanzenbach – Fotograf

Heinrich Schirmbeck: „Der Wettlauf mit dem Engel“

In meiner Kindheit der zwanziger Jahre wohnte ich mit meinen Eltern in einem alten Mietshaus am Rande einer Stadt des Ruhrgebietes. Wenn ich heute an diese Gegend zurückdenke, tauchen monotone Häuserreihen, Werkhallen, Hinterhöfe und Lagerschuppen vor mir auf. Und doch entzündete sich damals meine nach heimlichen Abenteuern dürstende Phantasie….Überall konnte man dem Ungewöhnlichen begegnen…

Den Inbegriff des Geheimnisvollen aber fand ich in der Gestalt eines steinernen Engels. Er stand auf einem erhöhten Wandsockel im Gewölbe eines zugemauerten Seitenportals der benachbarten Marienkirche. Ein lang herabfließendes, azurblaues Gewandt umhüllte ihn, das mit flimmernden Sternen besät war. Auf dem Haupt trug er eine goldene Krone, und den Schultern entwachsen riesige, halbentfaltete Flügel. Seine Lippen waren schmal und bleich, seine Wangen hatten unter der lasurenen Bemalung etwas Gläsern-Asketisches, während seine Augen in flammender Schwärze eine fürchterliche Majestät ausstrahlten, die mir jedes Mal, wenn ich an der Statue vorbeikam, einen unbeschreiblichen Schauder einflößte.

Ich glaubte damals an die Wirklichkeit der Engel. Ich glaubte daran so fest, wie ich von der Wirklichkeit irgendeines der Menschen überzeugt war, mit denen ich täglich zu tun hatte. Die Existenz des Auferstehungsengels unter dem Portal der Marienkirche aber war mir noch gewisser als das Dasein von Vater und Mutter. Und wenn ich später, als ich die Werke der Weltliteratur zu lesen begann, mich mit Dantes „Göttlicher Komödie“ oder Miltons „Verlorenes Paradies“ zu beschäftigen, dann war es immer das Erinnerungsbild des Engels on der Marienkirche, welches meine Vorstellungskraft durchdämmerte und wie im Rauschen eines Flügelschlages Ahnungen verlorener Glaubensinbrunst beschwor“

Wenn Richten, ... dann Aufrichtens Foto.