Heinrich Schirmbeck Stiftung | Heinrich Schirmbeck: „Die Allwissenheit des Autors“ (Die Formel und die Sinnlichkeit 1964))
Heinrich Schirmbeck, Schriftsteller,
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Heinrich Schirmbeck: „Die Allwissenheit des Autors“ (Die Formel und die Sinnlichkeit 1964))

Heinrich Schirmbeck: „Die Allwissenheit des Autors“ (Die Formel und die Sinnlichkeit 1964))

13:35 19 Oktober in News

Die Wirklichkeit ist das, was uns durch unsere Sinnesorgane und deren verlängerte Arme: die Beobachtungs- und Messapparaturen wahrnehmbar wird.

Es ist sinnlos nach einer „Realität an sich“ zu fragen, da es nur unser Wissen von ihr gibt, einen Komplex also von Sinnesdaten, Messergebnissen usw., in den die Tätigkeit des erkennenden Subjekts unentwirrbar eingeflochten ist. Am deutlichsten kommt dieser Sachverhalt im Phänomen der „Komplementarität“ zum Ausdruck.

Es besagt, dass wir niemals ein Element der Wirklichkeit niemals in seiner vielschichtigen Ganzheit und Vollständigkeit erfassen können.

Wollen wir den Standort eines Elektrons z. B. genau bestimmen, dann müssen, dann müssen wir darauf verzichten, gleichzeitig seinen Impuls bzw. Geschwindigkeit zu kennen. Eine Beobachtung, die den Standort bestimmt, schließt die Beobachtung des Impulses aus und umgekehrt.

Die Wirklichkeit kehrt uns immer nur ein Gesicht zu; wir können entscheiden, welches der Gesichter wir sehen wollen, darin besteht unsere Freiheit, aber haben wir uns einmal entschieden, dann schließen wir die anderen Gesichter der Wirklichkeit aus.

Diese Gesichter sind einander komplementär; erscheint das eine, verschwindet das jeweils komplementär zugeordnete und umgekehrt.