Heinrich Schirmbeck Stiftung | Heinrich Schirmbeck
Heinrich Schirmbeck, Schriftsteller,
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Heinrich Schirmbeck

Heinrich Schirmbeck

18:44 28 November in News
18 Min ·

Herausstellen aus dem Werk von Heinrich Schirmbeck möchte ich hier nur, was „Heute 2014“ für uns Menschen wichtig ist.:
Seine Essays zu ökologischen, friedenspolitischen oder wissenschaftlich-anthropologischen Fragen haben Warnungen ausgesprochen oder Utopien einer humanen Existenz entworfen. Als in den 59ziger und 60ziger Jahren die Ökologie ein Fremdwort war, hat Heinrich Schirmbeck schon von der Hybris und der Selbstzerstörung einer technisierten Moderne gewarnt. Heinrich Schirmbeck hat unbestechlich und ohne Scheuklappen in das politische Geschehen eingegriffen. Einige seiner Aktivitäten allein aus dem Jahr 1983: Referent und Sachverständiger beim Nürnberger Tribunal gegen Erstschlag- und Massenvernichtungswaffen in Ost und West, Referat auf den Kongress „Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg“, in Krefeld Mitglied des deutschen Beirats für die 2. Europäische Konferenz für nukleare Abrüstung usw.

H. Sch. Hat schon 1984 in seinem Essay „Umrisse einer Weltsicherheitsgemeinschaft“ geschrieben, der „Trend zur Unterhöhlung unserer ökologischen Lebensgrundlagen“ sei erschreckend. Das bezieht sich nicht einmal in erster Linie auf die drohende Erschöpfung der fossilen Energiequellen wie Erdöl und später auch Kohle und Erdgas, auf das absehbare Zur-Neige-Gehen wichtiger Metalle und Mineralien, sondern viel eher noch auf das Schwinden der pflanzlichen Regenerationsreservoire, aus denen sich engen Toleranzgrenzen des Sauerstoff-Kohlendioxid-Schwefeldioxid-Gleichgewichts der Atmosphäre erhalten. So wird gegenwärtig täglich eine Fläche der Größe des Bodensees der für das Klima der Erde so überaus wichtigen tropischen Regenwälder – ich erinnere nur an die Amazonas-Wälder, die gegenwärtig einem unverantwortlichen Raubbau der Multis zum Opfer fallen. Abgeholzt und so zahllosen Tier- und Pflanzenarten der Lebensraum für immer entzogen.
Die rücksichtslose Ausbeutung seiner Umwelt hat den Menschen als Gesellschaftswesen nun an einen kritischen Scheideweg geführt. Entweder vollzieht er in dieser Situation eine totale Wende, die in der Unterwerfung unter die ökologischen Gesetze besteht, oder begibt sich in die Gefahr einer möglichen Selbstauslösung als biologisches Spezies.“
(u. a. in Lesebuch Heinrich Schirmbeck, hg. 2014 von Rolf Stolz, S. 124 f. und 127) Schon an diesen Worten wird deutlich, wie sehr das Werk dieses Autors der Nachhaltigkeit und humanistischen Werten verpflichtet ist, wie aktuell und zukunftsorientiert seine Gedanken sind.

Helga Willuweit-Schirmbecks Foto