Schirmbeck Stiftung | Friede und alternative Gesellschaft aus: „Neue Politik“, Hamburg, April 1984
Heinrich Schirmbeck, Schriftsteller,
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Friede und alternative Gesellschaft aus: „Neue Politik“, Hamburg, April 1984

Friede und alternative Gesellschaft aus: „Neue Politik“, Hamburg, April 1984

13:03 19 August in News

Heinrich Schirmbeck: „Neue Strategien der Systemveränderung“

Was können die alternativen Bewegungen tun, um der Zerstörung Einhalt gebieten? Umsturz und Revolution schließen sie gemäß ihrem Selbstverständnis aus. Sie wissen aus der Geschichte, was es heißt, den Teufel mit Beelzebub ausreiben zu wollen. Kein Staatsstreich, welcher Couleur auch immer, von den Konventsmitgliedern der Französischen Revolution bis zu den bolschewistischen Räten, von den Nazis bis zu den Generälen aller politischen Schattierungen, hat jemals ein anderes Ergebnis gehabt, als einen Staat hervorzubringen, der noch militaristischer war, sich noch stärker auf Polizei und Ordnungsorgane stützte und vor allem noch besser in der Lage war, die ganze Nation auf die Dauer zu mobilisieren. Der Frontalangriff auf den Staat hat immer nur zur Stärkung des Staates geführt.

Gegen den Militarismus, gegen die Atomwirtschaft, gegen die Betonierung der Landschaft, gegen den Druck der Leistungsgesellschaft, die bereits die Kinder in den Schulen zu Neurotikern macht, kann sich der Reformwillige nur wehren, wenn er alternative Gruppen bildet oder sich an solchen Gruppen beteiligt.

DIE BÜRGER, DIE IHR SCHICKSAL WIEDER IN DIE EIGENE HAND NEHMEN WOLLEN, VERFÜGEN ÜBER DIE MACHT, DIE DER STAAT OFFIZIELL UND DENNOCH INSGEHEIM FÜRCHTET:

DIE MACHT VIELER KLEINEN GRUPPEN UND DIE UNBEQUEMEN, IN UNSEREM AUF INSTITUTIONS-BESTÄNDIGEN WAHLEN BERUHENDEN SYSTEM NICHT VORGESEHENEN BÜRGERINITIATIVEN.