Heinrich Schirmbeck Stiftung | „Die Pirouette des Elektrons“ Meistererzählungen von Heinrich Schirmbeck
Heinrich Schirmbeck, Schriftsteller,
372
post-template-default,single,single-post,postid-372,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,smooth_scroll,,qode-theme-ver-2.4
 

„Die Pirouette des Elektrons“ Meistererzählungen von Heinrich Schirmbeck

„Die Pirouette des Elektrons“ Meistererzählungen von Heinrich Schirmbeck

22:36 02 Februar in News

„Die Pirouette des Elektrons“  von Heinrich Schirmbeck

Über das Buch:

Heinrich Schirmbeck gilt als klassischer Erzähler in der Tradition Kleists und Ludwig Tiecks. Faszination und Spannung, die von seinen Erzählungen ausgehen, liegen in der erzählerischen Dramatik: der Leser wird durch immer neue Zufallsverkettungen, Überraschungseffekte und Verstrickungen des Geschehens in Atem gehalten. Friedrich Sieburg nannte Heinrich Schirmbeck „den Königsfalter in der sonst so öden Litersturlandschaft“.

In seinem Nachwort schreibt Robert Jungk: Schirmbeck ist bis heute der einzige deutsche Schriftsteller geblieben, der versucht hat, die Veränderung der Welt und der Menschen durch die wissenschaftlich-technische Veränderung der letzten Jahrzehnte in seinen Erzählungen und Romanen zu erfassen. Er ist ein literarischer Pionier.“

Das Bedeutsame an diesem Auswahlband, der wohl mit einigen Recht den Untertitel [Meistererzählungen] trägt, ist die Erzählkunst selber, die sich hier im Flechtwerk traditionalistischer Darstellungsweise kundtut……ein poetisches Universum, das aus sich selber lebt und für sich selbst steht“

ORPHEUS IM LABORATORIUM  (Robert Jungk)

Die tragische, hinter technischer Kühle verborgene Schicksalsrolle der Computer, Reaktoren, Viren und Waffen wird bei Schirmbeck zum Faszinosum, das sowohl anzieht wie abstößt. Was er, als fast einziger Dichter deutscher Sprache, in diesen dunklen Sperrzonen als von jedermann nachvollziehbare Erfahrung entdeckt und aufdeckt, hat Qualität der Schreckensbilder eines Hieronymus Bosch. Dass diese Schreckensbilder heutzutage nicht dem Wahn abergläubisch Geängstigter entspringen, sondern präzise errechnet und konstruiert wurden, macht sie noch schockierender………………

Und doch fühlt sich der Dichter immer wieder hingezogen zum wortlosen Ausdruck des Vollkommenen, zur [bewusstlosen Grazie], zu einer Schönheit, die sich gedanklich und verbal nicht mitteilen lässt, zum Tanz, in dessen choreographischer Sprache die Befreiung von den Begrenzungen der Begriffe versucht wird. Dass der menschliche Geist seiner Unruhe, seinem glücksvernichtenden, nie befriedigten Besitzanspruch das Weibliche opfert, wird dem Leser Schirmbecks als ein stets sich wiederholender Sündenfall suggeriert, der fast unvermeidlich die rächende Katastrophe herbeiführen muss.

Viola Balduan,  Wiesbadener Kurier

Ein Alchemist ist er. Seine Prosa versetzt ein in andere Zeiten und ist doch von bestürzender Aktualität, in andere Wirklichkeiten und spricht doch von dieser Gegenwart, über diese Existenz. Alchimie, dieser Art schlägt sie uns in ihren Bann: einmal darauf eingelassen, wird Lesen, wird Beschäftigung mit ihr kein Ende finden.