Heinrich Schirmbeck Stiftung | „DIE PIROUETTE DES ELEKTRONS“ Heinrich Schirmbeck
Heinrich Schirmbeck, Schriftsteller,
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„DIE PIROUETTE DES ELEKTRONS“ Heinrich Schirmbeck

„DIE PIROUETTE DES ELEKTRONS“ Heinrich Schirmbeck

18:15 05 Februar in News

„Die Pirouette des Elektrons“    Erzählungen  von Heinrich Schirmbeck

Darstellungen von Fritz Usinger

Die gesammelten Erzählungen aus den Jahren 1944, 1948, 1964 und1968 enthalten bereits die Themen und Motive der späteren Romane und wissenschaftlichen Essays. Die leicht manieristische Form, besonders deutlich in den Novellen „Die Wiederkehr“, „das Rosenmal“ und „Der Zopf“, erklärt sich formgeschichtlich einmal aus Schirmbecks früher Hinneigung zu Dichtern der deutschen Romantik wie E.T.A. Hoffmann und Heinrich von Kleist (von dessen verschachtelter und dennoch äußerst luzider Satzkonstruktion der Dichter in seinen frühsten Novellen sichtlich beeinflusst ist), zum anderen aus Einflüssen der Kunst des „fin de siècle“ und des ausklingenden Symbolismus. Die stilgeschichtlich auf die Vergangenheit weisende Komponente erhält aber ihr Gegengewicht durch Motive, die auf die Wissenschafts-Philosophie des XX. Jahrhunderts verweisen. Sucht man einen Autor der Vergangenheit, in dessen Werk sich die Stilprinzipien der Romantik mit visionärer Naturphilosophie und aphoristisch-klarer wissenschaftlicher Essayistik zu poetischer Einheit verschmelzen, so denkt man zuerst an Novalis, dessen Modernität in dieser Hinsicht in wesentlichen Zügen noch zu entdecken wäre.

Schirmbeck hat das Programm Novalis´ wiederaufgenommen und auf einem „höheren Umgang der Spirale“ (Ernst Jünger), den revolutionierten Vorraussetzungen unseres Jahrhunderts entsprechend, erneut in die literarische Arena geworfen. Seine Dichtung ist Dichtung aus dem Eros der Erkenntnis, der sich mit dem Daimon der Evolution verbindet. Eine solche „concidentia oppositorum“ hat es in der deutschen Literatur so selten gegeben, dass Robert Jungk in einem bereits zitierten Aufsatz sprechen konnte:

„Gerade das aber ist es, was Schirmbeck mit einer Inbrunst verkündet wie meines Wissens kein Deutscher seit Hölderlin:

Alles Getrennte muss sich wiederfinden.“